Dieses Blog durchsuchen

Freitag, 7. August 2026

Hitze und Trockenheit


Europa leidet unter Hitze und Trockenheit. Zeit die Bepflanzung unserer Gärten zu überdenken!


Im Juni besuchten wir einen außerordentlich prächtigen Garten in der Nähe von Maribor in Slowenien. Unzählige Funkien, Hortensien in Vollblüte und viele andere Gehölze und Beetstauden ließen uns vor Neid erblassen. Der Garten liegt sehr günstig an einem Wasserlauf und bietet tiefgründigen Boden. Dennoch stöhnten die Besitzer, da es auch dort ohne großzügiges gießen in diesem Sommer nicht möglich ist, diese Pflanzen zu kultivieren. Zum Glück sind sie mit reichlich Wasser gesegnet. Es wäre schade um dieses Paradies.

Für uns kommt so ein Garten leider nicht mehr in Frage, auch wenn wir uns so üppige Beete wünschen würden.

In unserem Wüstengarten ist es durch den Südhang und den flachen, steinigen Boden extrem und selbst viele trockenheitsverträgliche Pflanzen zeigen bereits, dass sie ordentlich unter Stress stehen. Doch an bewässern ist nicht zu denken. Abgesehen von noch nicht voll etablierten Pflanzen, die in solchen Extremsituationen Unterstützung brauchen wollen und können wir im Wüstengarten nicht bewässern. Einiges wird auch an ihre Grenzen kommen und wohl nicht im Garten bleiben können.

Zum Glück können viele unserer Pflanzen mit der Trockenheit umgehen. Selbst wenn Sie jetzt schlimm aussehen, werden sie sich später wieder erholen. Genau das macht den Unterschied. Hier muss man sich von üppig blühenden und grünenden Gärten verabschieden müssen. Nur wenig blüht in der heißen, trockenen Wetterphase. Vielmehr machen die meisten Pflanzen eine Sommerruhe und versuchen möglichst wenig Wasser zu verbrauchen. Dies geschieht durch teilweisen Laubfall und durch zusammenrollen der Blätter.

Zistrosen (Cistus) sind welk. Optisch nicht schön, aber nicht besorgniserregend. So geht es auch Rosmarin und vielen anderen mediterranen Pflanzen.

Auch bei Cercis siliquastrum wirft bereits reichlich Laub ab. Aesculus californica kann durchaus komplett entlaubt werden, ohne Schaden zu nehmen. Die Yucca Hybride kratzt die Trockenheit überhaupt nicht.

Die Mandel tut sich bereits sehr schwer. Der Eucalyptus ist tapfer, aber auch schon etwas welk. Pistacia terebinthus lässt alles kalt.

Die erste Feigenernte war minderwertig aufgrund der Trockenheit. Nun beginnen sie auch mit dem Laubabwurf um Verdunstung zu reduzieren. Da keine Wetteränderung in Sicht ist, die beste Lösung und nichts lebensbedrohliches für die Feigen.

Völlig anders sieht es im Wald mit den Rotbuchen und Linden aus. Von denen werden wir uns auf lange Sicht verabschieden können. Auch den letzten Resten der Streuobstwiesen geht es an den Kragen.




Die Wiesen sind ziemlich ausgetrocknet. Einige Blumen wie Centaurea scabiosa und Wilde Möhre schaffen es noch zu gedeihen. Zwischendurch wachsen natürlich auch einige Exoten wie Zistrose, Zypressen und die allgegenwärtigen Yucca Hybriden.

Sehen wir uns mal an, was noch gut aussieht:

Steinlinden (Phillyrea spp., links) sind hart im nehmen.

Auch Quercus ilex, die Steineiche ist sattgrün und unbeeindruckt.




Im sommerlichen Garten kommt es mehr und mehr auf Struktur an, fast schon wie im Winter!


Statt Blüten können auch Samenstände zieren, wie bei Cercocarpus betuloides.


Nur wenige Blüten zeigen sich. Hier bei Ipomoea lepidophylla,

bei der Apachenfeder Fallugia paradoxa,

an diversen Gaura

und natürlich an einigen Disteln wie Echinops ritro ssp. ruthenicus.

Calamintha nepeta ist ein Paradebeispiel für einen Trockenkünstler mit besonderen Wert für Insekten.

Da die Sommer tendenziell eher heißer und trockener werden, ist es höchste Zeit die Pflanzen, die man jetzt nur mit Mühe am Leben hält, gegen robustere Arten zu tauschen. Selbst wenn es zwischendurch auch mal feuchtere Jahre geben wird, der Trend zeigt eindeutig in die andere Richtung! Wir halten eine Mischung aus heimischen und fremdländischen Wildarten und naturnahen Sorten für den besten Weg, unsere Gärten fit für die Zukunft zu machen.


Viele Gärtnereien beschäftigen sich bereits mit Pflanzen, die den neuen, herausfordernden Bedingungen gewachsen wird. Auch der Schwerpunkt unserer Gärtnerei "Yuccashop" sind Pflanzen, die damit umgehen können. Je früher wir unsere Gärten klimafit machen, umso besser werden sie mit Extremwetter fertig werden.

PS: Nach langem nahm ich mir die Zeit, hier Bilder und Gedanken zu teilen. Meine Versprechen hin oder her, es macht viel Mühe hier einen Beitrag zu erstellen als einen Post auf Instagram, Facebook oder dergleichen. Daher wird es bei einigen seltenen Ergüssen bleiben. Doch hoffe ich, dass ein Blogbeitrag mehr Bestand als ein Insta-Post hat und länger Menschen inspirieren kann.


Mittwoch, 6. Januar 2021

Versprochen ist versprochen!

Erneut hat es geschneit und die geplanten Arbeiten im Garten sind mal wieder verschoben.


So will ich nun meinem Versprechen nachkommen, etwas öfter zu posten.

Ich will Euch nicht mit den Problemen durch dem nassen, schweren Schnee belästigen. Man kann sich denken, was das noch an Arbeit nach sich zieht...

Da es wenig aktuelles aus dem Garten zu berichten gibt, einige Bilder vom letzten Frühling, ohne besonderem Zusammenhang:
Cornus florida

Dieses Weiß ist mir ehrlich gesagt viel lieber, als Schnee!
Rosenkäfer auf Rosa hugonis
Etwas Farbe tut dem Gemüt sehr gut!
Aethionema armenum 'Warley Ruber'

Daphne x burkwoodii 'Astrid'

Steingarten mit Penstemon nitidus

Nolina greenei

Echinocereus reichenbachii kuschelt sich in ein Polster von Lesquerella arizonica

Eigenartige Blätter vielen beim Vermehren einer Yucca Hybride auf.

Echinocereus reichenbachii mit Blütenknospe im Spaltengarten.

Weiterer, alter Spaltengarten. Leider eine Wassertonne auf der Baustelle dahinter.

Echinocereus roetteri

Ajuga reptans in der Rasenfläche
Wildblumen dürfen gerne in den Rasenflächen wachsen. Das kommt auch den Insekten entgegen.
Honigbiene auf Silene
Oft sind es gerade die unscheinbaren Blüten, die bei Insekten besonders beliebt sind.
Auch uns Gärtnern tut es gut, Pflanzen zu haben, die ihre Schönheit dem Betrachter erst bei genauerem Hinsehen offenbaren. Nicht nur die grellen Krawallmacher.

Gerhard 

Freitag, 27. November 2020

Nebelsuppe und Dauerfrost

So schnell kann es gehen - gerade noch bei wohligen Temperaturen im Garten gearbeitet und am nächsten Tag schon blieb es nebelig und auch tagsüber frostig!


Ein Blick aus dem Fenster. Erst denkt man sich "da gehe ich heute nicht raus". Doch der Reif macht auch neugierig auf etwaige Fotomotive...
Leuchtende Fruchtstände sind natürlich immer fotogen!
Mit Raureif sogar noch interessanter!
Nicht weniger attraktiv sind trockene Blütenstände.
Die Zapfen der Tanne sind schon zerfallen.
Rosen können auch verblüht noch gut aussehen.
Die ersten Winterblüher zeigen aber schon frische Blüten.
Aber nun zum Wüstengarten!

Die großen Yuccas sind schon sehr dominant.
Yucca rostrata und Y. treculeana
Yucca schottii
Aber auch die Zwerge sind nicht zu verachten, hier Yucca nana.
Gräser sind besonders toll bereift.
Agave neomexicana zwischen Gehölzen.


Ich liebe die Samenstände von Liatris!
Der Grillplatz. Vielleicht sollte ich ja mal wieder grillen!?

Wer genau hinsieht kann jeder Wetterlage etwas abgewinnen!

Gerhard